Projekt

Zeit heilt alle Wunden
Mit der 2. Generation im Gespräch

Über mich

Ich bin Antonia, 18 Jahre alt und wohne in der Nähe von Hannover. Ich habe im Juli 2015 mein Abi gemacht und habe im September 2015 mein FSJ Politik in der Gedenk- und Dokumentationsstätte KZ Drütte in Salzgitter angefangen.

Klingt langweilig? Ist es auf keinen Fall! Gerade mein eigenständiges Projekt bei dem ich zwei Frauen begleite, deren Mütter in Salzgitter im Konzentrationslager waren, ist alles andere als langweilig!

Das Projekt

Im Rahmen meines Freiwilligen Sozialen Jahres Politik in der Gedenk- und Dokumentationsstätte KZ Drütte in Salzgitter gehört es dazu, ein eigenständiges Projekt durchzuführen. Durch die Arbeit mit Berichten von Zeitzeugen sind mir deren verschiedene Herangehensweisen mit ihrer  KZ-Haft und der Zeit der Verfolgung und Unterdrückung aufgefallen. Ganz unterschiedlich ist auch die Art und Weise wie die Erlebnisse weitergegeben wurden.

Einige ehemalige Häftlinge sprachen nicht über ihre Erlebnisse, um sie vergessen zu können, andere wiederum sahen sich in der Pflicht über alles zu berichten. Teilweise beschrieben die Zeitzeugen auch, dass es davon abhing mit wem sie über ihre Vergangenheit sprachen. Berichteten sie  Außenstehenden über ihre Erlebnisse, war es für sie leichter alles offen loszuwerden. Mit ihren Kindern konnten sie oft nicht so offen über ihre Vergangenheit sprechen. Die Angst, die Familie dadurch zu belasten war zu groß.

Wie ging es dann den Kindern, wenn ihre Eltern über die wahrscheinlich schlimmste Zeit ihres Lebens sprachen?
Hilft der zeitliche Abstand zu den Geschehnissen vielleicht, um die entstehenden „psychischen Wunden“ zu heilen?
Wie geht die 2.Generation der ehemaligen KZ-Häftlinge mit den Erlebnissen der 1. Generation um?

Von körperlichen Wunden kennt man den Heilungsprozess: Nach einiger Zeit sind sie verheilt und es bleibt vielleicht nicht einmal mehr eine Narbe zurück.

In meinem Projekt möchte ich herausfinden, ob sich das auch auf den Umgang mit der Vergangenheit umsetzen lässt.

Lässt die Zeit wirklich alle Wunden heilen?

Zwei Frauen, Angela Osborne (USA) und Lidija Petrovics (Serbien) besuchen im April 2016 Salzgitter. Die Mutter von Angela Osborne – Margit Chinkes – war Häftling im KZ Watenstedt/Leinde. Ebenso  die Mutter von  Lidija Petrovic, Eva Balog.

Den Töchtern wird die Möglichkeit gegeben die ehemaligen Lagerorte der Mütter zu sehen, auch die außerhalb Salzgitters.

Ich werde die Frauen mit einer Kamera bei ihrem Programm begleiten, um herauszufinden wie sie von der Vergangenheit der Mütter beeinflusst werden und wie sie damit umgehen. Die Aufnahmen werden hier als Vlogs online gestellt. Zusätzlich lassen sich in dem Blog Hintergrundinformationen zum Thema „Zeit heilt alle Wunden“ finden und unter dem Punkt Audios werden kurze Interviewpassagen zum Thema „Zeit heilt alle Wunden“ zu hören sein.