Und, wie war es so?

Das ist wohl die Frage, die mir am häufigsten gestellt wird nach der letzten Woche. Es ist aber gar nicht so einfach das Ganze zusammenzufassen.
Am Montag bin ich mit einem mulmigen Gefühl nach Salzgitter gefahren. Wie werden die beiden Damen drauf sein? Hoffentlich stimmt die Chemie und es kommt nicht zu unangenehmen Situationen!

Meine Sorgen waren allerdings unbegründet, es brauchte nicht lange bis alle aufgetaut waren und im Laufe der Woche stellte sich heraus, dass wir alle einen ähnlichen Humor pflegen. Es war also keine Woche, die nur mit ernsten, traurigen oder emotionalen Themen gefüllt war.

 Ich bin froh, dass Lidija und Angela sich nicht gescheut haben meine Fragen zu beantworten. Ich habe viel über ihr Familienleben erfahren und über ihre Erlebnisse mit ihren Müttern. Auch, wenn die ein oder andere Träne geflossen ist, wurde jede Frage tapfer beantwortet.

Ich fand es auch sehr spannend andere Gedenkstätten bzw. Gedenkorte besuchen zu können. Die Gedenkstätte Ravensbrück hinterlässt bei mir einen bleibenden Eindruck, weil das Gelände unglaublich weitläufig ist und es für mich kaum vorstellbar ist, dass dort tausende KZ-Häftlinge leben mussten. Die Gedenkstätte liegt an einem See. Am Mittwoch war dieser besonders ruhig und es entstand eine schon fast gespenstige Stille am Ufer. Gerade auch, weil ich wusste, dass die Asche der Leichen aus dem Krematorium des KZ Ravensbrück in den See gestreut wurde.

Auf der Rückfahrt am Donnerstag wurde es immer ruhiger. Man merkte allen an, wie geschafft sie von der Woche waren. Aber rückblickend auf die Woche waren Lidija, Angela und Tom sehr beeindruckt von der Zeit in Deutschland. Sie haben viele neue Eindrücke gewonnen und Angi ist auf der Suche nach Informationen über ihre Mutter für ein Buch einen großen Schritt weitergekommen.

In dieser Woche wurde mir oft gesagt, wie wichtig und toll dieses Projekt ist. Das hat mich wirklich sehr gefreut und zeigt mir noch einmal weshalb ich dieses FSJ mache!